Frauen im aktiven Dienst

Frauen in der Feuerwehr – Ganz normal! Oder etwa nicht?

Vor allem auf dem Land wird es für die Freiwilligen Feuerwehren immer schwieriger, eine Einsatztruppe zu stellen. Die Arbeitsplätze verlagern sich zusehends mehr in die Ballungszentren und somit außerhalb des Einsatzgebietes. In den kleineren Städten und Gemeinden gibt es zwar Firmen, aber deren Mitarbeiter sind nicht immer spontan von der Arbeit freizustellen. Die landwirtschaftlichen Betriebe auf dem Dorf werden immer weniger und auch hier kann man nicht immer alles stehen und liegen lassen, wenn die Sirene heult.

Die Möglichkeit schlagkräftig zu bleiben und die Feuerwehren breiter aufzustellen liegt darin, den Personenkreis „für den aktiven Dienst “ zu vergrößern. Im Landkreis Starnberg hat man dies schon früh erkannt und so gründete sich die erste Frauengruppe bereits 1976. Mit Erfolg. Die zweite Gruppe gründete sich 1978, von da an begannen nach und nach immer mehr Feuerwehren Frauen mit aufzunehmen.

In einer Männerdomäne ist es für Frauen natürlich nicht immer leicht, sie werden oft mit Vorurteilen - wie zu wenig Kraft – konfrontiert. Und deshalb wurden um keine Frauen aufnehmen zu müssen, oft Argumente vorgeschoben, wie zum Beispiel, dass es keine Damentoilette gibt. Mittlerweile hat sich bei vielen die Ansicht zu diesem Thema geändert und die Probleme konnten gelöst werden.

Die Frauenquote in den Feuerwehren nimmt mehr und mehr zu. Trotzdem gibt es oft noch die Einstellung, Frauen hätten in der Feuerwehr nichts zu suchen. Auch in der eigenen Mannschaft hat es die Feuerwehrfrau nicht immer leicht. Oft muss sie sich vor den Kameraden erst beweisen, bevor sie als „vollwertiges“ Mitglied akzeptiert wird. Guter Feuerwehrdienst ist aber nicht geschlechtsabhängig! Die richtige Einstellung, Interesse und Team-Fähigkeit machen einen guten Feuerwehrmann bzw. eine gute Feuerwehrfrau aus.

Eine Frau im aktiven Dienst hat den Ehrgeiz und Willen sich genauso einzubringen wie ein Mann und will deshalb keine Sonderstellung. Bis zum ersten Einsatz durchlaufen die Frauen und Mädchen die gleichen Ausbildungsstufen wie Männer. Nach der Grundausbildung hat jede Frau die Möglichkeit sich selbst zu entscheiden, wie sie weitermachen will. Ob als Atemschutzträgerin, Maschinistin, Atemschutzgerätewartin, Gruppen- oder Zugführerin oder auch als Kreisbrandmeisterin beweisen die Frauen, dass sie den Männern in nichts nachstehen.

Beispiele hierfür finden Sie auch hier auf unserer Homepage bei den Feuerwehrfrauen im Punkt „Wir stellen uns vor“.

Die Zahl der aktiven Frauen ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. In den 44 Feuerwehren des Landkreises leisten heute rund 180 Frauen bei den Aktiven und knapp 100 Mädchen im Jugendbereich ihren Dienst. In der Jugend ist der Zuwachs am größten, der Anteil beträgt hier rund 35 Prozent, wobei bei den aktiven der Anteil gerade mal 10 Prozent liegt. Auch ist es so, dass erst in rund 80 Prozent der Feuerwehren im Landkreis Frauen ein Teil der Feuerwehr sind.

Körperliche Belastungen einer Frau als:

Feuerwehrfrau

Hausfrau

Motorsäge

10 kg

Einjähriges Kind

10 kg

B-Druckschlauch

10 kg

Staubsauger

10 kg

Pressluftatmer mit Atemanschluss

18 kg

Kasten Mineralwasser

18 kg

Kübelspritze

20 kg

Dreijähriges Kind 

20 kg

Tragbarer Feuerlöscher

20 kg

Kasten Cola mit 1,5 l Flaschen

20 kg

Tauchpumpe TP 4/1

25 kg

Wäschekorb mit nasser Wäsche

25 kg

Notstromerzeuger (116 kg bei 4 Personen)

29 kg

Normaler Einkauf

30 kg

Um den Vergleich zu vervollständigen muss berücksichtigt werden, dass die Einwirkungsdauer der Gewichte im Feuerwehrdienst / Einsatzdienst meist nur auf eine kurze Zeit beschränkt ist.

Das Motto „Doppelt im Einsatz, beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr“ ist für viele Frauen langjährige Praxis. Für Frauen, die neben der Familie noch berufstätig sind, ist Organisation kein Fremdwort. “ Frauen können gut organisieren, was auch bei der Feuerwehr im Einsatz und bei der Ausbildung sehr wichtig ist.”

Da Frauen im Einsatz das gleiche leisten wie Männer, sind Frauen im aktiven Einsatzgeschehen von heute auch nicht mehr wegzudenken.

Für technisch interessierte Frauen, die helfen wollen, gerne im Team arbeiten und auch gerne mal an ihre Grenzen gehen wollen, ein sehr interessantes Betätigungsfeld.

FAZIT: „Eine Frau darf nicht als Ausgleich zu Personalengpässen angesehen werden, sie ist ein vollwertiges Mitglied der Feuerwehr mit ihren speziellen Fähigkeiten und Stärken.“